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Geschichte

Im März 1996 wurde in Köln die Jüdische Liberale Gemeinde Gescher LaMassoret e.V. gegründet. Der Name war von Anfang an Programm: Gescher LaMassoret bedeutet „Brücke zur Tradition“. Die Gemeinde erachtet es neben der Gewinnung von Mitgliedern, die aus liberalen jüdischen Familien stammen bzw. die sich in den orthodoxen Gemeinden nicht wiederfinden als eine wichtige Aufgabe, eine Umgebung zu schaffen, in der Menschen, die sich von der jüdischen Tradition entfernt haben, einen Weg „nach Hause“ finden können.

 

Mittelpunkt des religiösen Lebens: Freitagsabend- und Samstagmorgen-Gottesdienst

Die Gemeinde begann damals gleich mit der Arbeit an der nötigen Infrastruktur. Wir entwickelten ein Gebetbuch für den Freitagabend, das sich stark am traditionellen Gottesdienst orientiert, aber eine neue und modernere Übersetzung enthält wie auch eine Reihe weiterer Veränderungen und Zusätze, die anderen progressiven Gebetbüchern entnommen sind. Regelmäßige Gottesdienste am Freitagabend und am Samstagmorgen sind zum Mittelpunkt des religiösen Lebens der Gemeinde geworden, so wie der Kiddusch und das gemeinsame Essen im Anschluss an jeden Gottesdienst Mittelpunkt des gesellschaftlichen Miteinanders in der Gemeinde sind. Gäste und Mitglieder betonen in ihren Reaktionen immer wieder die Intensität des Gottesdienstes.

 

Selbstverständlich übernahm die neue Gemeinde alle religiösen Funktionen: die Feiertagsgottesdienste das ganze Jahr über, den Pessach-Seder die Errichtung einer Laubhütte, einer Sukkah.

 

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Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Angebot auch auf Kinderunterricht und die Vorbereitung unserer Heranwachsenden auf die ausstehende Bar bzw. Bat Mitzvah. Weitere Meilensteine waren die Weihe des „Neuen Jüdischen Friedhofs Köln“ und die Verpflichtung von Rabbiner Walter Rothschild als betreuenden Rabbiner. Als einen der Höhepunkte der Entwicklung kann sicherlich der Erwerb einer eigenen Thora Rolle genannt werden, die ausschließlich von Spenden unserer Mitglieder finanziert wurde. Inzwischen verfügt Gescher la Massoret über eine weitere Tora-Rolle, gespendet von Dr. Jörg Baumgarten.

 

Die rabbinische Betreuung hat 2014 Rabbinerin Natalia Verzhbovska übernommen, Sie lebt in Köln, ist unsere „Rabbinerin am Ort“ und kümmert sich neben unserer Synagoge auch um diejenigen in Unna und Oberhausen. Die liberale jüdische Gemeinde Köln setzt sich in vollem Umfang für eine progressive Sichtweise des Judentums ein. Auch wenn die Tradition vielleicht den wichtigsten Einfluss auf unsere Auffassungen von Judentum darstellt, erkennen wir doch an, wie auch die alten Rabbiner es getan haben, dass religiöse Regeln sich mit der Zeit verändern müssen.

 

Frauen und Männer gleichberechtigt

Dies äußert sich in vieler unserer Grundsätze – Frauen und Männer sind gleichberechtigte Mitglieder unserer religiösen Gemeinschaft. Beide Geschlechter sind ohne jede Einschränkung an unseren Gottesdiensten beteiligt. Während wir die überragende Bedeutung des Hebräischen als Gebets- und Textsprache anerkennen, so schließen wir uns doch gleichzeitig der Ansicht der alten Rabbiner an, dass wir auch in einer Sprache beten können, die wir besser verstehen. Deshalb sprechen wir einigen unserer Gebete und Lesetexte auf Deutsch.

 

Wir lehnen es strikt ab, einen bestimmten Grad an ritueller Observanz als richtig oder falsch zu definieren. Wir glauben, dass dies eine Frage des persönlichen Gewissens ist. Aber wir halten es für wichtig, die Tradition zu kennen, so dass der Einzelne seine Entscheidung auf dieser Grundlage treffen kann.

 

Wir schließen uns der Auffassung der großen Mehrheit der Mitglieder der Progressiven Bewegung in Europa an, wonach die Tradition fordert, dass der formal-jüdische Status durch den Status der Mutter bestimmt wird. Alle anderen müssen ein Konversionsverfahren vor einem Bet Din (einem jüdischen rabbinischen Gericht) durchlaufen, bevor sie als Mitglieder der Gemeinde mit vollen religiösen Rechten angenommen werden können.

 

Wir erleben jedoch auch, dass es Fälle gibt, in denen zwar die Statusanforderungen nicht erfüllt sind, aber die Geschichte, das religiöse Engagement und die Familientradition einen Menschen dennoch zu einer ganz klar jüdischen Identität geführt haben. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn jemand nur einen jüdischen Vater hat, aber keine jüdische Mutter. Diese Menschen müssen zwar ein Konversionsverfahren durchlaufen. Wir betrachten es aber als formale Bestätigung ihrer Identität und als die Korrektur der Differenz zwischen Realität und Regeln.

 

Wir, die Gemeinde Gescher LaMassoret, wissen natürlich nicht, was die Zukunft bringen wird. Aber die Schritte, die wir bisher mit Hilfe Gottes gehen konnten, sind Zeichen der Hoffnung, dass es für uns eine Zukunft in Köln geben wird. Wie unsere Zukunft aussehen wird, mag unsicher sein, dass wir eine Zukunft haben, steht nicht länger in Frage.

Spenden

Jeder Euro hilft uns, um das Synagogen Gebäude renovieren zu können.

 

JLGK Gescher LaMassoret
Sparda Bank Köln
IBAN: DE86 3706 0590 0000 4358 94
BIC/SWIFT: GENODED1SPK

 

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Kontakt

Telefon: (0221) 2870424
E-Mail: